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Sabeth Buchmann WS 2001/02 Zur Wechselwirkung zwischen den neuen Technologien und neoavantgardistischer Konzeptkunst Im Zentrum steht die Bedeutung, die Information und Kommunikation für die klassische Conceptual Art (1963-75) hatte. Was die Neubewertung des Produktions- und Arbeitsbegriffs in dieser bis heute einflußreichen künstlerichen Strömung betrifft, so lassen sich eine Reihe von Überschneidungen mit medientheoretischen Diskursen feststellen, die entweder das Ende der Kunst oder aber ihr Fortleben von einer Fusion mit Wissenschaft und Technologie abhängig machen. Neben exemplarischen künstlerischen Arbeiten werden Veranstaltungsprojekte und Ausstellungen wie Nine Evenings: Theater and Engineering (New York 1966), Software (New York 1970), Information (New York 1970) und Art & Technology (Los Angeles 1970/71) einer historischen Betrachtung unterzogen. Das betrifft vor allem die Künstler/innen, Kritiker/innen und Kurator/innen, die sich in ihrem jeweiligen Tätigkeitsfeld mit der Wechselbeziehung von künstlerischer Produktion und neuen Technologien in einer komplexen Weise auseinandersetzen. Damit sind solche Positionen gemeint, die die Dialektik zwischen einer künstlerischen Auseinandersetzung mit neuen (Mikro-)Technologien als gesellschaftlich dominanter Produktion und einer (un-)freiwilligen Anspassung an industriellen Innovations- und Expansionsbedarf thematisieren. In dieser Diskussion werden jedoch ebenso die "nicht bewußten Haltungen" (T.J. Clark) eine wichtige Rolle spielen, die Marcel Duchamp als Merkmal seines Begriffs vom Künstler als "mediumistisches Wesen" geltend gemacht hat. Denn die Einführung und Erprobung neuer Technologien war ja nicht nur eine intentional kritische Strategie mit dem Ziel, den herrschenden Kunstbetrieb zu demokratisieren und zu unterlaufen. Eine solche einseitige Sichtweise würde die medientheoretische Annahme unfreiwillig bestätigen, daß einschlägige Geschlechter- und Demokratiediskurse über Cyberspace und Netzkunst die folgerichtige, linieare und kausale Weiterführung einer (zu hinterfragenden) Erbschaft darstellt, die mit Duchamp ihren Anfang nahm und in der die Conceptual Art eine Radikalisierung erfuhr. |