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Postkoloniale Kritik
Vortragsreihe der NGBK Berlin
in Kooperation mit interflugs HDK

In der Debatte um kulturelle Globalisierung geht es auch viel um so genannte postkoloniale Theorie. Deren Relevanz wird dabei oft auf kulturelle Effekte sowie auf zeitlich und räumlich weit entfernte Phänomene eingeengt. Eine spezifische postkoloniale Theorieproduktion findet daher in Deutschland nicht statt. Die Vortragsreihe ”Postkoloniale Kritik” konzentriert sich demgegenüber darauf, diese Ansätze in den hiesigen Kontext zu übertragen und zu untersuchen, inwieweit damit lokal virulente Ausgrenzungsmuster und Neokolonialismen benannt werden können. Postkolonialität ”ist in erster Linie kein chronologischer Epochenbegriff, der die Zeit nach der formellen politischen Unabhängigkeit von der westlichen Kolonialmacht markiert, sondern eine politisch motivierte Analysekategorie der historischen, politischen, kulturellen und diskursiven Aspekte des unabgeschlossenen Kolonialdiskurses” (Kien Nghi Ha). Sie umfasst nach dieser Lesart ”einen Ort der politischen Verortung. Dieser Ort ist in das Gedächtnis und das Vermächtnis einer kolonialen Vergangenheit und seiner gegenwärtigen Ausformungen sowie Wirkungsweisen eingewoben.” (Gutierrez Rodriguez). In der Vortragsreihe wird dieser Ort untersucht.
Die Veranstaltungsreihe umfasst Einzelvorträge von:

Zafer Senocak, Berlin
25. Oktober, 20h/NGBK Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Oranienstr. 25, 10999 Berlin
"Hybride Engel - Das Ende des Kolonialismus?" Oft werden anthropologische Muster von Gewalt und Destruktion auf einen konstruierten Anderen übertragen. Aktuell liefert die islamische Welt das Feindbild für den Westen, der Westen ein Feindbild für den Islam. Was im Wechselspiel der Feindbilder übersehen wird, ist die Fortsetzung kolonialistischer Kultur- und Politikmuster, auch in der postkolonialen Ära. Der Bruch mit der Kolonialpolitik steht noch bevor.
Zafer Senocak ist unter anderem Autor der Bücher "Gefährliche Verwandtschaft" und "Atlas des tropischen Deutschland", gerade erschienen: ”Zungenentfernung - Bericht aus der Quarantänestation”

Encarnacion Gutierrez Rodriguez, Hamburg
20. November, 20h/NGBK Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Oranienstr. 25, 10999 Berlin
”Postkoloniale Kritik und Repräsentation im deutschen Kontext”
In diesem Vortrag geht es darum, feministische Theorie und postkoloniale Kritik in ein Verhältnis zu setzen. Feministische Konzeptionen von Subjektivität und der Konstruktion von Differenz können anhand ihrer eigenen Ausschlussmuster sowie anhand der Diversität ethnisierter Subjektpositionen entwickelt werden. Diese Ansätze werden jedoch marginalisiert. Dies ist ein Effekt eines geopolitisch hierarchisierten Kontextes der Wissensproduktion. Gender kann daher nicht ohne eine geographische und politische Dimension gedacht werden.

Encarnacion Gutierrez Rodriguez ist Soziologin an der Universität Hamburg. Autorin u.a. von: ”Intellektuelle Migrantinnen - Subjektivitäten im Zeitalter der Globalisierung”, Opladen 1999, sie arbeitet u.a. zu: Migration, Subjektivität, Geschlecht.

Die Vortragsreihe wird ab Januar fortgesetzt mit Beiträgen von Kien Nghi Ha, Mark Terkessidis, Bojana Pejic, Cathy Gelbin, Giti Thadani und Fatima el-Tayeb (angefragt). Des weiteren finden Panels zu Feminismus und Arbeit, Kapitalismuskritik und Postkolonialer Kunstproduktion statt.
Konzept: Katja Diefenbach, Sabeth Buchmann, Isabell Lorey, Hito Steyerl in Kooperation mit Erdal Kaynar und Kimiko Suda. Moderation der Veranstaltung: Hito Steyerl Mitinitiiert und unterstützt von Katharina Sieverding.

Eine Veranstaltung der NGBK Berlin in Kooperation mit interflugs, Hochschule der Künste. Dank an Katja Jedermann, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Tel. 030/615 30 31, Fax 615 22 90, ngbk@ngbk.de,
www. ngbk.de

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